E-Learning 2.0 in der Cloud

19 Sep

ELISMA soll eine möglichst universell einsetzbare Applikationsplattform werden. In einem ersten Schritt untersuche ich mit E-Learning nur eine Gruppe von Applikationen, die hiermit umgesetzt werden können. Zur weiteren Eingrenzung beziehe ich mich in meiner Arbeit auf Lehr- und Lernmanagementsysteme.

Bei der Erarbeitung von Szenarien und einer weiter ausführenden Begründung für die Entwicklung von ELISMA gehe ich auf E-Learning im Bezug auf Cloud Computing ein. Doch die Schwerpunkte sind bei den wissenschaftlichen Beiträgen zu diesem Thema sehr unterschiedlich. Deshalb habe ich hierzu eine Bestandaufnahme vorgenommen, dessen Ergebnis ich hier kurz präsentiere.

E-Learning 2.0

Zunächst der Schritt von E-Learning 1.0 auf 2.0. Beeinflusst vom Web 2.0 wurden auch im Bereich des E-Learning Applikationen und Funktionen neu erfunden oder erweitert. Hierzu gehören folgende Applikationen beziehungsweise Funktionen: [vgl. Ebner 2007Grosseck 2009]

  • Weblogs
  • Microblogging
  • Wikis
  • Podcasts
  • Social Networking
  • Social Bookmarking
  • Sharing Applications (Photos/Videos/Slides)
  • RSS Syndication

E-Learning an sich ist ein sehr weites Feld, welches ich in seinem Umfang auf technische Aspekte einschränken wollte. Hierzu habe ich mir einige wissenschftliche Beiträge zum Thema Lehr- und Lernmanagementsystemen angeschaut. Da es das LMS nicht gibt, sind große Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen zu verzeichnen. Aus den wissenschaftlichen Artikeln habe ich einige wesentliche Unterstützungsfunktionen ausgewählt: [vgl. Hussain 2011]

  • Dokumentenmanagement
  • Content Management
  • Kurse
  • Forum
  • Kalendar
  • Portfolios
  • Rollen
  • Rechte

Mit Hilfe der Unterstützungsfunktionen ergibt sich bereits ein gutes Bild dessen, welche technischen Grundfunktionen von ELISMA unterstützt werden müssen.

Cloud Computing

Mit Diensten wie GMail, Dropbox oder Google Docs ist die Cloud vielen in Form von Software as a Service (SaaS) bekannt. Was die Cloud allerdings für E-Learning bedeutet, außer einer neuen Infrastruktur, ist mir bis vor kurzem eher unklar gewesen. Cloud LMS, Cloud Learning, Cloud based LMS, Cloud-based education. Diese Bezeichnungen hören sich nett an, sind auf den ersten Blick aber nicht sehr aussagekräftig, bis auf den Einsatz der Cloud. Eher eine Werbeaussage für den Einsatz moderner Technologien also.

Die große Mehrheit wissenschaftlicher Beiträge zu Cloud Computing in Verbindung mit E-Learning beschäftigen sich mit der Skalierbarkeit und Elastizität von Diensten in Bezug auf Rechen- und Speicherkapazität. Durch diese Elastizität sollen im Wesentlichen Kosten (Energiekonsum, etc.) eingespart werden.

Eine zweite wesentliche Richtung von wissenschaftlichen Beiträgen hat Dienste (SaaS) im Blick, die in einer Cloud zur Verfügung gestellt und anschließend zum E-Learning in einer Art Mashup bereitgestellt werden. Nichtsdestotrotz wird auch hier ein Augenmerk auf die Skalierbarkeit der Cloud gelegt.

Eine dritte Richtung kann als Cloud Based Learning (CBL) zusammengefasst werden. CBL steht für die Nutzung der Cloud in Form von Speicherplatz und Applikationen. Daten werden nicht mehr lokal sondern in der Cloud gespeichert, wo sie gemeinsam und unmittelbar bearbeitet werden können. Mehrfach hervorgehoben wird, dass, im Gegensatz zu einem „normalen“ System, die Daten jederzeit verfügbar sind.

Meine Auffassung dazu ist folgende: Dass jederzeit alle Daten verfügbar sind, ist nicht darauf zu begründen, dass die Cloud zum Einsatz kommt. Viel mehr handelt es sich um eine neue Art von Anwendungen, die Schnittstellen bereitstellen, um Daten an jedem Ort auf verschiedenen Geräten verfügbar zu machen. Neu ist allenfalls die unmittelbare, kollaborative Bearbeitung von Dokumenten à la Google Docs, aber auch hier spielt die Cloud eine untergeordnete Rolle.

Die Cloud bietet einen flexiblen Umgang mit Ressourcen und ermöglicht so eine neue Art von Systemen. Neue Unterstützungsfunktionen für E-Learning werden hierdurch aber nicht unmittelbar ermöglicht. Vorteile der Cloud beschränken sich damit auf

  • Kostenersparnis (nutzungsabhängige Abrechnung),
  • Skalierbarkeit (Speicher- und Rechenkapazität) und
  • einen einfachen Umgang mit (virtuellen) Ressourcen.

Habe ich etwas wesentliches vergessen? Ich bin für jeden Kommentar dankbar.

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