Masterarbeit: Kooperatives Annotieren in der universitären Lehre

15 Nov

Da es langsam los geht mit meiner Masterarbeit, möchte ich hier nun ein paar Worte zur Motivation und zu meinem Thema verlieren.

Beim Bearbeiten oder Verstehen von Texten ist das Hinzufügen von Notizen eine sehr beliebte Form der Hilfestellung. Wenn nun mehrere Personen am gleichen Text arbeiten und diesen beschriften, wäre eine kooperative Ausführung im Bereich des kooperativen Lernens sehr von Vorteil. Da dies natürlich nur sehr aufwendig in Papierform vorstellbar ist, liegt hier eine digitale Umsetzung nahe. Für die digitale Umsetzung ist das Verwenden eines eBook Formates gut vorstellbar. Aktuell verbreiten sich eBooks immer weiter was größtenteils mit dem, immer größer werdenden, Markt an eBook Readern zusammenhängt. Dieser Markt setzt sich inzwischen nicht nur aus den konventionellen eBook Readern sondern zusätzlich aus den Tablet-PCs wie iPads und Android Tablets zusammen.

Das Masterarbeitsthema heißt „Kooperatives Annotieren in der universitären Lehre – Prototypische Implementierung für Android Tablets“. Die Arbeit baut auf der Bachelorarbeit von Marion Weber auf. Das Hauptaugenmerk liegt darin, einen bestehenden Open Source ePub-Reader für Android Tablets dahingehend zu erweitern, dass dieser das gemeinsame Annotieren mehrerer Personen von verschiedenen Android Tablets aus an einem ePub Dokument ermöglicht. Die Idee dahinter ist, dass beispielsweise in Seminaren in denen die Teilnehmer gemeinsam an einem Dokument arbeiten sollen, sie dies kooperativ tun können, ohne dabei im gleichen Raum sein zu müssen. So können sie Notizen oder farbliche Markierungen hinzufügen, die für die anderen Teilnehmer ebenfalls sichtbar sind. Es sollen zwei Szenarien der kooperativen Annotation berücksichtigt werden. Zum einen das Szenario, in dem die Teilnehmer an einem Dokument eigene Annotationen hinzufügen können und ebenfalls die Annotationen der anderen Teilnehmer einsehen können. Zum anderen das Szenario, in dem zunächst jeder für sich Annotationen hinzufügen kann, aber keine anderen sieht. Erst ab einem bestimmten Zeitpunkt würde eine Veröffentlichung für die anderen Teilnehmer statt finden.

Als eBook Format für die Masterarbeit wurde das ePub Format gewählt, da es ein weit verbreiteter offener Standard für eBooks ist. Leider ist in dem ePub Standard noch keine Form der Annotation vorgesehen, so dass die Speicherung der Annotationen in Verbindung mit einem ePub Dokument in meiner Hand liegt.

Für das Thema wird mit der Universitätsbibliothek zusammen gearbeitet. So soll der erweiterte Reader auch mit dem Bibliotheksserver verbunden werden um so auf die eSeminarapparate zugreifen zu können. Die Schnittstelle zum Bibliotheksserver wird von René Sprotte zur Verfügung gestellt. Es wird dann so aussehen, dass die eSeminarapparate auf dem Server als ePub Dokumente vorhanden sind. Zusätzlich sollen die Annotationen an den bestimmten Dokumenten ebenfalls serverseitig gespeichert werden.

Was bisher noch nicht erwähnt wurde ist das Ziel, eine separate Dozentensicht zu realisieren, über die der Dozent eine Auswertung zu dem aktuellen Annotationsvorgang der Teilnehmer angezeigt bekommt. So kann er z.B. erkennen, welche Textstellen die meiste Aufmerksamkeit bekommen.

Falls am Ende noch die Zeit bleibt, wäre eine Umsetzung einer Web- oder Desktopanwendung denkbar, die das kooperative Annotieren ebenfalls unterstützt. Momentan beschränkt sich das Projekt auf Personen, denen ein Android Tablet zur Verfügung steht.

In den ersten Tagen stand ich direkt vor einer Wahl. Ich war auf die Suche nach einem Open Source ePub Reader für Android Tablets gegangen. Die Suche war nicht sehr aufwendig und ich konnte relativ schnell die Auswahl auf zwei Kandidaten eingrenzen. Der „Cool Reader“ und der „FBReader“ waren diejenigen, die dem Anschein nach am beliebtesten waren. Allerdings war die Auswahl auch nicht sonderlich groß. Nach den ersten Tests der Reader auf dem Tablet und dem ersten Blick auf den Source Code, stellten sich bei beiden Readern Vor- und Nachteile heraus. Der „Cool Reader“ hatte teilweise kleinere Bugs und konnte ein ePub Dokument sogar gar nicht öffnen. Wo es bei dieser Datei Probleme gab, konnte ich nicht herausfinden. Vorteilhaft ist allerdings, dass er den weitaus weniger komplexen Programmcode hat, was die Erweiterung erleichtern würde. Bei dem „FBReader“ überwiegen die Vorteile. Er hatte kein Problem mit dem Problemdokument des „Cool Readers“ und hat auch sonst keine Fehler in den Tests erkennen lassen. Ein weiterer Vorteil ist die intuitivere Selektierung von Text in der Dokumentansicht. Nur der weitaus komplexere Programmcode ist evtl. als Nachteil anzusehen. Aber damit kann ich leben. Wie also zu erkennen, werde ich für die Masterarbeit auf den „FBReader“ setzen, den es nicht nur für Android gibt. Er ist auf mehreren Plattformen erhältlich, zu denen unter anderem Symbian, Meego, Windows, Linux oder auch MacOS X gehören.

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