Bachelorarbeit: Informationsqualität in Unternehmenswikis

11 Jun

Unternehmensinterne Wikis nehmen immer mehr an Bedeutung zu und sind bei vielen Unternehmen existentiell geworden. Sie dienen dazu, das Mitarbeiterwissen zu speichern und nachhaltig für das Unternehmen zu sichern.

Deshalb beschäftige ich mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit „Informationsqualität in Unternehmenswikis- eine internationale empirische Studie zu Kriterien der Informationsqualität“ mit der Messung von Informationsqualität in Unternehmenswikis. Ich baue  inhaltlich auf der Diplomarbeit von Therese Friberg auf, die in empirischen Studien Kriterien und Indikatoren herausgearbeitet und in einer empirischen Studie getestet hat. Dieses von Therese entworfene Set an Informationsqualitätskriterien für Wikis in Unternehmen wurde bisher von 206 Teilnehmern in einer Online-Umfrage beurteilt. Nun  soll diese Studie auf internationaler Ebene und in Großunternehmen überprüft werden. Sehr interessant dabei ist der Aspekt, ob das Set unter den neuen Gesichtspunkten weiterhin Bestand hat.

Vorgehensweise

Zunächst müssen Personen gefunden werden, die mit Unternehmenswikis arbeiten. Das Business Netzwerke Xing bietet dabei eine gute Möglichkeit durch die Suchfunktion nach bestimmten Kriterien zu selektieren. Ausgewählt werden Personen, die mit Wikis (wie zum Beispiel Cnfluence oder TWiki) arbeiten oder sich generell mit Wissensmanagement beschäftigen. Nach dem Kontaktieren der möglichen Teilnehmer und deren Zusage an der Beteiligung der Studie erfolgt die Versendung des Links zu der Online-Umfrage. Eine der größten Hürden in dieser Bachelorarbeit ist dabei die rege Beteiligung beim Ausfüllen der ca. 10-minütigen Umfrage. Ziel ist eine Beteiligung von mindestens 1000 Personen.

Danach werden die Ergebnisse mit Hilfe von SPSS, eine Software zum Aufbereiten, Analysieren und grafischen Darstellen von empirischen Daten, ausgewertet. Erst wenn diese Daten erhoben wurden, kann eine Deutung und ein Vergleich mit den bisherigen Ergebnissen aus der erwähnten Diplomarbeit von Therese Friberg erfolgen. Die Ergebnisse der Befragung werden für die beteiligten Unternehmen zur Verfügung gestellt. Da diese Umfrage anonym durchgeführt wird, ist daher keine Zuordnung zu einzelnen Personen und Unternehmen möglich. Die Ergebnisse werden demnach nicht für jedes beteiligte Unternehmen speziell ausgewertet, sondern allgemein gehalten.

Die Online-Umfrage

Eine Verlinkung zu der Umfrage steht  in den Sprachen Deutsch und Englisch zur Verfügung.  Das Ausfüllen dauert ca. 10 Minuten. Bewertet werden die folgenden Kriterien, die bereits oben als Wiki-Set benannt wurden:

  • Aktualität
  • Vollständigkeit
  • Glaubwürdigkeit
  • Inhaltliche Relevanz
  • Vollständigkeit

Zusätzliche werde sozialstatistische Daten erhoben, wie Alter, Geschlecht, Betriebsgröße, Muttersprache oder das Land, in dem man arbeitet.

Status Quo

15. Mai 2011:  Mögliche Teilnehmer wurden in Xing angeschrieben.

30. Mai 2011:  Die Umfrage in deutscher und englischer Sprache ist im LimeSurvey.

07.Juni 2011:  Die Umfrage ist Online und kann ausgefüllt werden. Der Link mit einem dazugehörigen Anschreiben, in dem die Bachelorarbeit den beteiligten Unternehmen vorgestellt wird, wird versendet.

16. Juli 2011: Bisher wurden 70 Fragebögen ausgefüllt. Für insgesamt fünf Wochen ist das sehr dürftig. Ich hoffe, dass mir in den nächsten zwei bis drei Wochen noch weitere Antworten zur Umfrage zugesendet werden.

Probleme bei der Umfrage

Bisher wurden nur wenige Fragebögen ausgefüllt. Daher stellte sich mir die Frage, welche Ursachen das haben könnte. Aus einiger Resonanz, teilweise auch intensiven Gespräche mit den Beteiligten, habe ich folgendes zusammenfassen können:

  1. Das Finden geeigneter Personen: Es stellt sich als ziemlich schwer heraus, die passenden Personen für diese Umfrage zu finden. Im ersten Schritt habe ich dies über Xing und persönliche Kontakte versucht. Von ca. 170 Kontakten gab es nur 15 interessierte Unternehmen.  Auch gibt es einige Interessenten, die lediglich nur die Auswertung haben möchten.
  2. Das Weiterverteilen der Fragebögen: Einigen Unternehmen ist das Verteilen der Umfragelinks nicht möglich, da sie zunächst an höherer Stelle eine Erlaubnis dafür einholen müssen. Der Aufwand dafür und die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen macht daraus einen langen Prozess, der nicht unbedingt zu einem positiven Ergebnis führt.
  3. Kleine Betriebswikis: Auch bei großen Unternehmen haben die einzelnen Abteilungen ihr eigenes abgeschlossenes Wiki. Das hat zur Folge, dass häufig nur 15 Personen auf den Link in ihrer Wiki Zugriff haben, obwohl der Betrieb aus mehreren hundert Mitarbeitern besteht.
  4. Mangelndes Interesse an Wikis: Die Beteiligung innerhalb der Wikis, auch was das Einstellen oder Verbessern von Artikeln angeht, ist angeblich eher schlecht. Grund dafür sei der geringe Zeitfaktor, die Workflow-Prozesse zu dokumentieren.
  5. Kostenfaktor: Der Fragebogen ist mit 51 Fragen für ca. 15 Minuten angesetzt. Das schreckt ab. Nur wenige fänden die Zeit, sich während der Arbeit und wichtigen Projekten mit Fragebögen zu beschäftigen. Ich habe eine Rückmeldung bekommen (Telekom), dass solche umfassenden Umfragen das Unternehmen zu viel Geld kosten. Wenn jeder Mitarbeiter dafür 15 Minuten Arbeitszeit in Anspruch nähme, entstehe dem Unterehmen schnell hohe Aufwände.
  6. Motivation: Auch wenn der Link von vielen gesehen wird, kann die Länge des Fragebogens schnell abschreckend wirken. Es besteht auch die Möglichkeit, dass mitten in der Umfrage die Befragung aus plötzlich mangelndem Interesse abgebrochen wird.

Maßnahmen

Um weitere Interessenten zu finden, werde ich nun die Unternehmen telefonisch kontaktieren. Dazu muss ich zunächst überlegen, aus welchen Gründen teilgenommen werden soll. Unternehmen möchten direkte Vorteile sehen, die sie aus solchen empirischen Studien entnehmen können. Kaum jemand wird rein aus Nettigkeit hohen Mitarbeiteraufwand betreiben und die Kosten für die verwendete Zeit auf sich nehmen.

Eine Antwort to “Bachelorarbeit: Informationsqualität in Unternehmenswikis”

  1. Wolfgang Reinhardt 14. Juni 2011 um 14:09 #

    Ich hoffe wir erreichen annähend 1000 Teilnehmer…

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